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Neurologie & Psychiatrie

Multiple Sklerose, Therapiestrategien bei: Diagnose

Therapiestrategien bei Patienten mit multipler Sklerose

Einleitung

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters mit einem potentiellen Risiko einer bleibenden Behinderung – bedingt durch eine rezidivierende chronische Entzündung des zentralen Nervensystems (ZNS) mit unterschiedlichem Ausmaß an Demyelinisierung und Axonschaden. Kommt es durch die Entzündung vorerst „nur“ zu einer Demyelinisierung, sind die klinischen Symptome reversibel, kommt es jedoch auch zu einem Axonschaden, bleibt das neurologische Defizit bestehen.

 

Weltweit sind etwa 1,2 Millionen Menschen von MS betroffen, in Österreich nach einer rezenten Untersuchung etwa 8.500. Das Erkrankungsalter bei Erstmanifestation liegt bei 70 % der PatientInnen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und Frauen sind in Mitteleuropa 2- bis 3-mal häufiger betroffen als Männer. MS ist sowohl durch individuell sehr variable klinische Manifestationen und Krankheitsverläufe als auch durch heterogene neuropathologische Subtypen gekennzeichnet.

 

Das Spektrum der demyelinisierenden Erkrankungen umfasst unterschiedliche Entitäten. Dazu gehört die MS mit dem typischen schubförmig-remittierenden Krankheitsverlauf, die primär und sekundär chronisch progrediente Verlaufsform sowie seltene (akute MS vom Typ Marburg, Neuromyelitis optica Devic, konzentrische Sklerose Baló, myelinoklastische Sklerose Schilder) und monophasische Krankheitsbilder (akute demyelinisierende Enzephalomyelitis [ADEM] und akute transverse Myelitis).

 

Die Diagnose einer Erkrankung aus dem Formenkreis der MS stützt sich auf die ausführliche Anamnese, die Objektivierung entsprechender klinisch-neurologischer Funktionsausfälle sowie den klinischen oder paraklinischen Nachweis (mittels zerebraler/spinaler MRT, Liquordiagnostik und evozierter Potentiale) einer zeitlichen und örtlichen Dissemination von zentralnervösen MS-Läsionen bei Ausschluss anderer Differentialdiagnosen.

 

Grundsätzlich unterscheidet man die Therapie des akuten Krankheitsschubes und Intervalltherapien bei schubförmig-remittierender und sekundär chronisch progredienter MS. Die Intervalltherapien sollen die Schubrate reduzieren und die Krankheitsprogression verhindern bzw. hintanhalten. Die Intervalltherapien lassen sich in die Basis- sowie Eskalationstherapien (Therapien bei Nichtansprechen der Basistherapie) einteilen. Die Basis- und Eskalationstherapien lassen sich in jene Therapien einteilen, welche offiziell zugelassen sind, und in solche, für die keine offizielle Zulassung, aber Studiendaten für die Wirksamkeit vorliegen. Zusätzlich werden noch symptomatische Therapien eingesetzt. Ziel der symptomatischen Therapie ist immer die Verbesserung bestehender Krankheitssymptome, welche die funktionellen Fähigkeiten und die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen.

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Letztes Update:5 März, 2009 - 13:27